Bad Hair Days

Die Ferienzeit steht vor der Tür. Und Millionen Deutsche zieht es wieder an Meer, Pool oder Teich zum Ausspannen. Damit die Frisur Ihrer Kunden auch nach dem Urlaub noch sitzt, haben wir Pflegetipps zusammengestellt.

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Stefanie Fastnacht


Wer sich bei einem Strandspaziergang mal so richtig den Wind hat um die Nase pusten lassen, weiß, dass insbesondere lange Haare danach schwer zu bändigen sind. Die „Knötchen“ zu entwirren, bedeutet für die Träger oft eine ganz schöne Tortur. Nicht besser sieht es aus, wenn die Haare mit Salz- oder Chlorwasserresten oder gar Sand verklebt sind. Ganz zu schweigen von der Farbe der Hautanhanggebilde nach zwei Wochen unter dem Sommersonnenhimmel. Helle Strähnen sind vorprogrammiert und Colorationen, insbesondere Rottöne, garantiert verblasst. Blondierungen schlagen dagegen häufig ins Gelbliche um. Wer sich also keine gespaltenen Spitzen oder farbige Veränderungen seines Haarschopfes einhandeln möchte, sollte vorsorgen.

Der Hintergrund

Jeden einzelnen Haarschaft (Kortex) umgibt eine schützende Schicht aus dachziegelartig angeordneten, farblosen Keratinzellen (Kutikula). Wird die Kutikula geschädigt, beginnen die Keratinzellen abzustehen beziehungsweise abzubrechen, sodass der Kortex freiliegt. In Folge trocknet das Haar aus, bricht, beginnt zu splittern und lässt sich nur schwer kämmen. Weil das Licht auf der beschädigten Oberfläche zudem schlechter reflektiert wird, verliert es seinen Glanz.

Mechanische Schäden-- Werden Haare, besonders wenn sie nass sind, heftig gekämmt oder mit einem Handtuch durchgerubbelt, überdehnen sie, und die Kutikula löst sich vom Haarschaft. Den gleichen Effekt haben straff sitzende Haargummis.

Thermische und UV-Schäden-- Heißes Föhnen, Lockenstäbe, ausgiebige Sonnenbäder oder Wind trocknen aus und fördern Bruch und Spliss. UV-Strahlung bleicht zudem das Haar aus.

Chemische Schäden-- Auch Chemikalien in Bleich-, Färbe- und Dauerwellenmitteln greifen die Kutikula an. Genauso wie Chlor- und Salzwasser.

In Sommerform

Ein Gang zum Friseur vor Reiseantritt erleichtert das Styling der Haare im Urlaub. Wer sich bereits geschädigte Spitzen abschneiden lässt, hat weniger Ärger. Denn bei Vorschädigungen reagiert das Haar noch empfindlicher auf Sonne und Salzwasser. Die Farbauffrischung sollte allerdings besser bis nach den Ferien warten.

Schützen

UV-Schutz für die Haut ist für die meisten Menschen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden. Das Haar vor UV-Belastungen zu schützen und damit vor Strukturschäden und dem Ausbleichen zu bewahren, vergessen aber viele. Weshalb in das Reisegepäck nicht nur Sonnenhut, Tuch oder Cap sondern auch Pflegeprodukte mit UV-Filtern gehören, zum Beispiel Farbschutz-Sprays.

Reinigen

Um das Haar zu schonen, sollte es nach jedem Bad in Pool oder Meer unter der Dusche mit klarem Wasser von Salz- und Chlorresten befreit werden. Geht das nicht, am Ende jeden Badetags zum milden, an den aktuellen Haut- und Haarzustand angepassten Shampoo greifen und die Haare von Rückständen befreien. Zusätze von Dexpanthenol oder pflanzlichem Keratin tragen bereits beim Waschen zur Regeneration bei.

Pflegeextras

Nach dem Waschen empfiehlt es sich, eine Haarkur oder -maske im noch feuchten Haar zu verteilen und einwirken zu lassen. Diese gehören ebenfalls an den aktuellen Haut- und Haarzustand angepasst. Die in den Formulierungen enthaltenen Öle, Wachse, Proteine oder Seidenextrakte wirken restrukturierend. Pflegestoffe mit positiver Ladung wie quartäre Ammoniumverbindungen lagern sich an geschädigte Kutikulastellen an – dort besteht ein Überschuss an negativer Ladung – glätten diese und reduzieren so die Reibung zwischen den einzelnen Haaren. Sind die Haarspitzen angegriffen, helfen Spitzenfluids aus Pflanzen- oder Silikonölen, die einen schützenden Film bilden und die strapazierten Enden gesünder aussehen lassen. Für colorierte oder blondierte Haare gibt es zudem spezielle Farbschutzkuren und -masken sowie Haarsprays.

TIPP!

Raten Sie langhaarigen Menschen zum Schutz vor Wind neben dem Tragen von Kopfbedeckungen zu Flechtfrisuren. So bietet das Haar der „steifen Brise“ weniger Angriffsfläche. Zerzaust es trotzdem, helfen grobzinkige Kämme beim Entwirren.


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