Experten warnen vor Solarienbesuchen

(kib) Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) warnen vor der Nutzung von Solarien. Denn UV-Strahlen verursachen Hautkrebs und schwächen die Immunabwehr. Besonders häufig am schwarzen Hautkrebs erkrankten den Experten zufolge Menschen, die ins Solarium gehen.

© didesign / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)


Wie es in einer Mitteilung heißt, ist das Erkrankungsrisiko von Solariumnutzern um 60 Prozent erhöht gegenüber Menschen, die sich nicht der künstlichen Sonne aussetzen. Diese, auch als malignes Melanom bezeichnete, Hautkrebsart bildet sehr schnell Tochtergeschwulste und ist dann deutlich schwerer heilbar. Bundesweit erkranken jährlich über 40000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Pro Jahr sterben rund 3800 Menschen an den Folgen dieser Erkrankung.

Wer Solarien nutzt, schwächt darüber hinaus seine körpereigene Immunabwehr. UV-Strahlen wirken in komplizierter Wechselwirkung auf verschiedene Zelltypen der Haut und der Immunabwehr. „Das menschliche Immunsystem beseitigt entartete Zellen, aus denen sich potenziell Tumore entwickeln können. Ist diese Abwehr geschwächt, begünstigt es das Entstehen von Hautkrebs“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP.

„Die Effekte von UV-Strahlung auf das Immunsystem lassen sich auch bei Erkältungen beobachten. In der Regel verschlechtern sich die Symptome nach dem Aufenthalt in der Sonne.“ Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt daher, vorbeugend und bereits bei einfachen Erkältungen, UV-Strahlen zu meiden.

In Solarien ist die UV-Strahlung erheblich intensiver als die der Sonne in unseren Breitengraden. Für Solariengeräte gilt bundesweit seit 2012 die UV-Schutz-Verordnung. Sie legt eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter fest. Dies ist vergleichbar mit der Intensität der Äquatorsonne mittags bei wolkenlosem Himmel und entspricht einem UV-Index (UVI) von 12 – Kategorie „Extrem“, die Schutzmaßnahmen im Freien als „absolut erforderlich“ empfiehlt.

Somit ist das künstliche Besonnen auch bei gewissenhaftem Umsetzen der gesetzlichen Vorgaben immer noch mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden. Wissenschaftler sind sich auf internationaler Ebene einig, dass es keine gesundheitlich unbedenkliche Nutzung von Solarien gibt. Der „Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bringt es mit seiner Empfehlung auf den Punkt: „Gehen Sie nicht ins Solarium!“

Social Media-Kampagne gestartet

In den Sozialen Medien informieren die Deutsche Krebshilfe und die ADP derzeit insbesondere junge Menschen zielgruppenspezifisch über die Gefahren künstlicher UV-Bestrahlung. Kurze thematische Filmclips zeigen eindringlich, dass Solarien keinesfalls harmlose „Wohlfühl-Wellness-Oasen“ sind.

Weitere Informationen rund um das Thema UV-Strahlung und Hautkrebs erhalten Interessierte im Internet unter www.unserehaut.de und www.krebshilfe.de.

Quelle: DAS PTA MAGAZIN


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