Was versteht man unter Natural Moisturizing Factors?

Was versteht man unter Natural Moisturizing Factors?

© Kristin Gründler / Fotolia

Stefanie Fastnacht PTA, Apothekerin und Kosmetikfachberaterin (HAV), Neu-Isenburg


Um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen, hat die Natur im „menschlichen Bauplan“ Vorkehrungen getroffen: Neben einer epidermalen Schutzschicht mit lamellaren Lipiden ist sie mit dem natürlichen Feuchthaltefaktor „Natural Moisturizing Factors“ (NMF) ausgestattet. Dieser besteht aus einer Mischung hydrophiler Substanzen mit starkem Wasserbindungsvermögen, die die Hautdurchfeuchtung regulieren. Zu den Bestandteilen des NMF gehören beispielsweise Aminosäuren und Peptide, die unter anderem durch den Abbau des Epidermisproteins Filaggrin entstehen. Auch Pyrrolidoncarbonsäuren (PCA), Natriumlactat, Harnstoff (Urea) sowie eine neutrale Kohlenhydratfraktion (NKF) mit Glukose, Fruktose, Laktose, Mannose, Galaktose und Ketohexosen sind enthalten. Mangelt es der Haut an NMF, und/oder ist die epidermale Barriere gestört – etwa bei Menschen mit Neurodermitis oder im Zuge der natürlichen Hautalterung – trocknet die Haut aus, spannt und wird schuppig.

Rat der Expertin

Um die Haut geschmeidig glatt zu halten, werden Pflegeprodukten feuchtigkeitsbindende Substanzen zugesetzt, die den Inhaltsstoffen des NMF entsprechen oder ähneln. Ein in Apothekenkosmetika häufig verwendeter Moisturizer ist der auch im NMF vorkommende Harnstoff. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass hauteigene Aquaporin-3-Kanäle, die Wasser schnell und gezielt durch Zellmembranen transportieren und so in der Haut verteilen, auch Urea oder Glycerol einschleusen können. Stimuliert werden die Aquaporine zum Beispiel durch Substanzen wie GlucoGlycerol. Der Nachteil von Harnstoff: Geschädigte Haut kann nach dem Auftragen brennen. Empfehlen Sie Betroffenen – wenn überhaupt – Produkte mit einer Konzentration von maximal fünf Prozent. Alternativ stehen Formulierungen mit dem Mucopolysaccharid Hyaluronsäure zur Verfü- gung. Obwohl kein Bestandteil des NMF, gehört Hyaluronsäure zu den stärksten feuchtigkeitsbindenden Substanzen überhaupt. In fragmentierter Form in Pflegekosmetik eingearbeitet, soll sie zudem Falten glätten. Andere oft verwendete Feuchtigkeitsspender sind etwa Aminosäuren wie Arginin und Serin, PCA oder Algenextrakte, Elastin und Kollagen.

Quelle: DAS PTA MAGAZIN


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