19.07.2017 Zum Themendossier: ZFA im Interview

DER SPEZIALFALL IST NICHTS BESONDERES

Als ZFA in der Ambulanz der MKG-Chirurgie

© Mit freundlicher Genehmigung von Stephanie Windisch

Sonja Balcerek und Natalie Margraf

Stephanie Windisch arbeitet als ZFA in der MKG-Ambulanz der Kopfklinik an der Universität Heidelberg. Hier sind dentale Spezialfälle an der Tagesordnung, es gibt mehrere Operationssäle und ein Team aus 78 Mitarbeitern. Wie lässt es sich dort arbeiten? WIR in der Praxis hat nachgefragt.

Wir in der Praxis: Sie arbeiten als ZFA in der MKG-Ambulanz der Kopfklinik, die zur Universität Heidelberg gehört. In einem solchen Betrieb ist ja einiges anders als in einer niedergelassenen Zahnarztpraxis. Beschreiben Sie uns bitte Ihren Arbeitsplatz.

Stephanie Windisch: Da ich schon seit Beginn meiner Ausbildung zur ZFA im Universitätsklinikum Heidelberg arbeite, kenne ich den direkten Vergleich nicht. Mit Sicherheit ist das Arbeiten in einer Klinik anders als in einer Zahnarztpraxis. Aufgrund der Abteilungsgröße besitzt die MKG-Ambulanz beispielsweise dreizehn Räumlichkeiten inklusive der Behandlungseinheiten. So gesehen ist alles viel größer. Zusätzlich gibt es den ambulanten Operationsbereich sowie den Zentral-OP für stationär aufgenommene Patienten und die MKG-Station.

WidP: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in der MKG-Ambulanz zu arbeiten?

Windisch: In meiner Ausbildungszeit musste ich mehrere Abteilungen innerhalb der Klinik durchlaufen. Als ich in die Ambulanz kam, merkte ich nach kurzer Zeit, dass es mir in dieser Abteilung besonders gut gefällt. Vor allem das abwechslungsreiche Behandlungsspektrum hat es mir angetan.

WidP: Was sind die häufigsten Anliegen, mit denen die Patienten zu Ihnen kommen? Gibt es typische Krankheitsbilder bei Ihnen in der Ambulanz?

Windisch: Bei 50-130 Patienten pro Tag gibt es viele verschiedene Anliegen, mit denen Patienten unsere Abteilung aufsuchen. Die häufigsten sind Mundschleimhautveränderungen, Fokussuche, Zahnentfernung, Unfälle im Kopf-Hals-Bereich, Kieferfehlstellungen, Tumorerkrankungen, akute Beschwerden oder Ähnliches.

WidP: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?

Windisch: Gewöhnlich beginnt mein Arbeitstag jeden Morgen um 7.45 Uhr. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen bin ich dafür zuständig, die Abteilung zu öffnen: die Anmeldung, den Wartebereich und die Behandlungsräumlichkeiten vorzubereiten, zu lüften sowie das Licht einzuschalten, die technischen Arbeitsmedien in der Ambulanz bereit zu machen und die PCs hochzufahren. Vor Aufnahme der praktischen Tätigkeit am Patienten erfolgt der Wechsel meiner Privatkleidung in Schutz- und Arbeitsbekleidung.

WidP: Das Team, das zur MKG-Ambulanz gehört, ist mit 22 ärztlichen Mitarbeitern riesig - mit wie vielen behandelnden Zahnärzten und Ärzten arbeiten Sie zusammen?

Windisch: Unser Team ist natürlich sehr groß - das muss aber auch so sein, da unsere Ärzte in der Abteilung rotieren. Das heißt, sie nehmen mehrere Arbeitsbereiche und Tätigkeiten auf. Die Frage, mit wie vielen behandelnden Ärzten ich zusammenarbeite, ist pauschal schwer zu beantworten. Die Zahl variiert in Abhängigkeit vom Arbeitstag und der dazugehörigen speziellen Sprechstunde.

WidP: Inwiefern müssen Sie sich auf die Eigenheiten der verschiedenen Ärzte einstellen? Oder ist in so einem Team kein Platz für Individualismus?

Windisch: Als ZFA in der Klinik benötigt man ein hohes Maß an Flexibilität. Man muss sich schnell auf verschiedene Charaktere und spezielle Vorlieben im Behandlungsablauf einlassen können.

WidP: Welche Leistung können Zahnärzte und Ärzte in der MKG- Ambulanz erbringen, die in einer niedergelassenen Zahnarztpraxis teilweise nicht umsetzbar sind?

Windisch: Die Behandlung von bettlägerigen oder stationären Patienten ist in einer niedergelassenen Praxis schwer umzusetzen. Auch das Behandeln von Patienten mit speziellen Grunderkrankungen oder starker Einschränkung des Immunsystems ist in der MGK-Ambulanz einfacher zu leisten.

WidP: Welche besonderen Schwerpunkte bzw. Fortbildungen haben Sie als ZFA in der MGK-Chirurgie?

Windisch: Ich habe Schulungen in Wundmanagement und Verbandwechsel, Patientenbetreuung und -aufklärung sowie eine Prophylaxefortbildung (Aufstiegsfortbildung Gruppen- und Individualprophylaxe).

WidP: Was sind für Sie die Vorteile daran, in der MKG-Ambulanz zu arbeiten?

Windisch: Das Arbeitsfeld umfasst nicht nur die regulären Tätigkeiten der ZFA, sondern teilweise auch die der medizinischen Fachangestellten. Dadurch ist das tägliche Arbeiten sehr facetten- und abwechslungsreich.

WidP: Wem würden Sie empfehlen, als ZFA in der MKG-Ambulanz zu arbeiten?

Windisch: Prinzipiell ist jede ZFA dafür geeignet, sofern ihr die Behandlungsschwerpunkte dieser Abteilung Spaß machen.

Das Interview führten Sonja Balcerek und Natalie Margraf.

Werdegang Stephanie Windisch

2003-2006 Ausbildung zur ZFA in der Mund-, Zahn- und Kieferklinik des Universitätsklinikums Heidelberg
Ab 2006 angestellt in der MKG-Ambulanz 2007 Prophylaxekurs für Gruppen- und Individualprophylaxe in Heidelberg
Seit 2007 unbefristeter Vertrag in der MKG-Ambulanz und dieser seither treu geblieben

Seien Sie dabei!

In unserer Serie "ZFA im Interview" stellen wir Ihnen interessante Kolleginnen vor, die in einem besonderen Arbeitsumfeld arbeiten, einen ungewöhnlichen Werdegang oder spezielle Schwerpunkte haben oder einem außergewöhnlichen Hobby nachgehen. Sie gehören auch dazu und wollen interviewt werden oder kennen eine ZFA, die unbedingt vorgestellt werden sollte? Dann melden Sie sich in der Redaktion bei Natalie Margraf per Mail unter
wir-in-der-praxis@springer.com oder telefonisch unter 06221/487 8542. Vielen Dank!


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